„Der Unterschied zwischen einer Pflanzenfabrik und dem traditionellen Gärtnern liegt in der Freiheit, lokal angebaute frische Lebensmittel zeitlich und räumlich flexibel zu produzieren.“
Theoretisch gibt es derzeit genug Nahrungsmittel auf der Erde, um etwa 12 Milliarden Menschen zu ernähren. Die weltweite Lebensmittelverteilung ist jedoch ineffizient und nicht nachhaltig. Lebensmittel werden in alle Welt transportiert, wodurch ihre Haltbarkeit oder Frische oft stark beeinträchtigt wird und ständig große Mengen an Lebensmitteln verschwendet werden.
Pflanzenfabrikist ein Schritt hin zu einer neuen Situation – unabhängig von Wetter und äußeren Bedingungen ist es möglich, das ganze Jahr über lokal produzierte frische Lebensmittel anzubauen, und es könnte sogar das Gesicht der Lebensmittelindustrie verändern.

Fred Ruijgt von der Abteilung für Marktentwicklung im Bereich Indoor-Anbau, Priva
„Dies erfordert jedoch ein Umdenken.“ Der Anbau in Pflanzenfabriken unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht vom Anbau im Gewächshaus. Fred Ruijgt von der Abteilung Marktentwicklung für Indoor-Anbau bei Priva erklärt: „In einem automatisierten Glasgewächshaus muss man verschiedene äußere Einflüsse wie Wind, Regen und Sonnenschein berücksichtigen und diese Variablen so effizient wie möglich steuern. Daher müssen die Anbauer ständig Maßnahmen ergreifen, um ein stabiles Wachstumsklima zu gewährleisten. Die Pflanzenfabrik hingegen kann die optimalen, kontinuierlichen Klimabedingungen schaffen. Die Festlegung der Wachstumsbedingungen, von der Beleuchtung bis zur Luftzirkulation, obliegt dem Anbauer.“
Vergleiche Äpfel mit Orangen.
Laut Fred versuchen viele Investoren, den Anbau in Pflanzenfabriken mit dem traditionellen Anbau zu vergleichen. „Hinsichtlich Investition und Rentabilität ist ein Vergleich schwierig“, sagte er. „Das ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen traditionellem Anbau und dem Anbau in Pflanzenfabriken zu verstehen, aber man kann nicht einfach jeden Quadratmeter berechnen und die beiden Anbaumethoden direkt vergleichen. Beim Anbau in Gewächshäusern muss man den Wachstumszyklus berücksichtigen: in welchen Monaten kann man ernten und wann kann man was an die Kunden liefern? Durch den Anbau in einer Pflanzenfabrik kann man eine ganzjährige Versorgung mit Ernteprodukten erreichen und mehr Möglichkeiten für Lieferverträge mit Kunden schaffen. Natürlich muss man investieren. Der Anbau in Pflanzenfabriken bietet Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung, da diese Anbaumethode viel Wasser, Nährstoffe und Pestizide einspart.“
Im Vergleich zu herkömmlichen Gewächshäusern benötigen Pflanzenfabriken jedoch mehr künstliches Licht, beispielsweise LED-Pflanzenlampen. Darüber hinaus sollten Faktoren wie die jeweilige Lage in der Wertschöpfungskette, insbesondere das Absatzpotenzial vor Ort, berücksichtigt werden. In manchen Ländern sind herkömmliche Gewächshäuser schließlich keine Option. In den Niederlanden beispielsweise können die Kosten für den Anbau von Frischprodukten in einer vertikalen Farm zwei- bis dreimal so hoch sein wie in einem Gewächshaus. „Zudem verfügt der traditionelle Anbau über traditionelle Vertriebskanäle wie Auktionen, Händler und Genossenschaften. Dies ist bei der Pflanzenproduktion nicht der Fall – es ist daher entscheidend, die gesamte Wertschöpfungskette zu verstehen und mit ihr zusammenzuarbeiten.“
Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelsicherheit
Für den Anbau in Pflanzenfabriken gibt es keinen traditionellen Vertriebskanal – das ist ihre Besonderheit. „Pflanzenfabriken sind sauber und frei von Pestiziden, was die hohe Produktqualität und die Planbarkeit der Produktion sichert. Vertikale Farmen lassen sich auch in urbanen Gebieten errichten, sodass Verbraucher frische, regional angebaute Produkte erhalten. Die Produkte werden in der Regel direkt von der vertikalen Farm zum Verkaufsort, beispielsweise einem Supermarkt, transportiert. Dadurch werden Transportweg und -zeit zum Verbraucher erheblich verkürzt.“

Vertikale Farmen lassen sich weltweit und in jedem Klima errichten, insbesondere in Gebieten, die keine geeigneten Bedingungen für den Bau von Gewächshäusern bieten. Fred fügte hinzu: „In Singapur beispielsweise können keine Gewächshäuser mehr gebaut werden, da es kein Land mehr für Landwirtschaft oder Gartenbau gibt. Hier bietet die vertikale Indoor-Farm eine Lösung, da sie in bestehenden Gebäuden realisiert werden kann. Dies ist eine effektive und praktikable Option, die die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten deutlich reduziert.“
Für Verbraucher umgesetzt
Diese Technologie wurde bereits in einigen großflächigen Projekten für vertikale Pflanzenzuchtbetriebe erprobt. Warum ist diese Anbaumethode also noch nicht weiter verbreitet? Fred erklärte: „Vertikale Farmen sind derzeit hauptsächlich in bestehende Einzelhandelsketten integriert. Die Nachfrage kommt vorwiegend aus Regionen mit hohem Durchschnittseinkommen. Die bestehenden Einzelhandelsketten verfolgen eine klare Vision: Sie wollen qualitativ hochwertige Produkte anbieten. Insofern sind Investitionen sinnvoll. Doch wie viel sind Verbraucher bereit, für frischen Salat zu zahlen? Wenn Verbraucher frische und qualitativ hochwertige Lebensmittel schätzen lernen, werden Unternehmer eher bereit sein, in nachhaltigere Lebensmittelproduktionsmethoden zu investieren.“
Artikelquelle: WeChat-Konto für Agrartechnik (Gewächshausgartenbau)
Veröffentlichungsdatum: 22. Dezember 2021
